In unserer Nachbarschaft wohnt eine Familie und die Mutter in dieser Familie ist ein herzensguter Mensch. Sie denkt, sie müsste das verstecken vor der Welt: ihr gutes Herz und ihre unglaublich liebevollen Gefühle. Aber manchmal, da vergisst sie das für einen Moment, und ihre ganze Erscheinung wird ganz weich, das Licht, das sie umgibt, wird hell und strahlend. Eines schönen Abends im Sommer saß ich auf ihrer Terrasse und da hat sie mich für einen Moment ihre Liebe für ihre Familie, ihre Söhne, ihren Mann sehen lassen – in ihrer ganzen Pracht. Ich bin immer noch zutiefst berührt.
Das war der Moment, in dem die Idee geboren wurde, Reden für Menschen schreiben zu wollen, die keine Zeremonie dazu wollen oder benötigen. Ich möchte das, was ich in Menschen sehen kann, aufschreiben, in Worte fassen, die Zeilen tränken mit all dem Guten, all den Gefühlen und dem Potential, das ich fühlen kann, wenn ich die Menschen ansehe.
Aus meiner Sicht und aus meiner Erfahrung heraus sagen wir uns viel zu selten all die guten Gedanken, die wir haben über diejenigen, die uns am Herzen liegen. Wir sind nicht mehr gut geübt darin, Dankbarkeit zu äußern für die kleinen, alltäglichen Dinge. Wir sind auch nicht mehr gut geschult darin, das Geschenk zu sehen in dem, wie etwas nunmal gerade ist. Wir vergessen allzu schnell den Zauber des Anfangs.
Ich kann sagen: Er ist immer noch da, der Zauber, ich kann ihn sehen. Ich wünsche mir, dass ich für viele Menschen schreiben kann, was ich sehen kann, um sie an sich selbst zu erinnern und den Anstoß zu geben für mehr Selbst-Sinn, mehr Selbst-Achtung und mehr Selbst-Liebe. Denn das, was wir in uns tragen, das können wir auch weitergeben. Und damit unsere Welt zu einem schöneren, liebevolleren, friedvolleren Ort machen.